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		<title>Neuer Blog</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 21:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Nachdem ich hier kaum Bilder laden konnte und ich fuer jeden Eintrag ins Internetcafé rennen musste, bin ich jetzt virtuell umgezogen. Neue Adresse ist super kompliziert, aber was solls. In zehn Tagen fliege ich erstmal nach Chile und feiere mit einer Freundin Weihnachten und Silvester. Danach noch ein bisschen Suedamerika und dann bin ich sowieso schon wieder zurueck.<a href="http://chicavenezolana.bloggospace.de"><br />
<br />
http://chicavenezolana.<wbr />bloggospace.de</a>
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			<content:encoded><![CDATA[<div>Nachdem ich hier kaum Bilder laden konnte und ich fuer jeden Eintrag ins Internetcafé rennen musste, bin ich jetzt virtuell umgezogen. Neue Adresse ist super kompliziert, aber was solls. In zehn Tagen fliege ich erstmal nach Chile und feiere mit einer Freundin Weihnachten und Silvester. Danach noch ein bisschen Suedamerika und dann bin ich sowieso schon wieder zurueck.<a href="http://chicavenezolana.bloggospace.de"></p>
<p>http://chicavenezolana.<wbr />bloggospace.de</a>
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		<title>Blog.com ist der groesste Mist</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 02:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Abgesehen davon, dass blog.com an meinem Rechner daheim nicht funktioniert und ich wegen jedem Eintrag ins Internetcafe rennen muss, habe ich heute festgestellt, dass es fuer Fotos kaum Speicher gibt und jetzt funktioniert das nicht mal richtig. Eigentlich muessten rechts unten unter ¨Alben¨ die einzelnen Ordner mit Fotos aufgelistet sein. Da ist aber nichts. Es geht aber der Umweg, indem man rechts in der Leiste das Chavez-Bild anklickt und dann nochmal rechts auf Fotos. Werde in der Zwischenzeit eine Alternative zu blog.com suchen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Abgesehen davon, dass blog.com an meinem Rechner daheim nicht funktioniert und ich wegen jedem Eintrag ins Internetcafe rennen muss, habe ich heute festgestellt, dass es fuer Fotos kaum Speicher gibt und jetzt funktioniert das nicht mal richtig. Eigentlich muessten rechts unten unter ¨Alben¨ die einzelnen Ordner mit Fotos aufgelistet sein. Da ist aber nichts. Es geht aber der Umweg, indem man rechts in der Leiste das Chavez-Bild anklickt und dann nochmal rechts auf Fotos. Werde in der Zwischenzeit eine Alternative zu blog.com suchen.
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		<title>Fotos</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 01:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Habe jetzt die Alben ¨Playa¨ und ¨Caracas¨angelegt und Fotos reingestellt. Leider ist da nicht viel Platz fuer Fotos. Mit anderen Worten, der Speicher ist schon voll.
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			<content:encoded><![CDATA[<div>Habe jetzt die Alben ¨Playa¨ und ¨Caracas¨angelegt und Fotos reingestellt. Leider ist da nicht viel Platz fuer Fotos. Mit anderen Worten, der Speicher ist schon voll.
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		<title>Die Wahl</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/23/die-wahl/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 21:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Heu frueh dachte ich, dass auf den Straßen Venezuelas ein Umsturzversuch stattfindet. Ich werde von Schüssen auf der Straße geweckt. Kein schönes Gefühl. Danach schallen aus Lautsprechern Militärfanfaren gefolgt von weiteren Schüssen. Wieder Fanfaren, wieder Schüsse. Es ist vier Uhr früh. Später erzählt mir Roy, dass das der Weckdienst des Militärs war. Bei jeder Wahl fährt noch vor Sonnenaufgang ein Weckkommando durch die Straßen um die Leute daran zu erinnern ihre Stimme abzugeben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Roy geht wählen und ich komme mit. Alle Geschäfte müssen heute geschlossen bleiben. Alkoholische Getraenke dürfen schon seit gestern nicht mehr verkauft oder ausgeschenkt werden und die U-Bahn fährt heute kostenlos – alles wegen der Wahl. Sein Wahllokal ist in einer Grundschule. Reservisten in Uniform bewachen das Gebäude. In der Eingangshalle steht ein geschmückter Christbaum und dahinter ein Poster auf das Kinderhände „Feliz Navidad“ gekritzelt haben. Der Aufwand, der betrieben wird um eine fälschungssichere Wahl zu garantieren ist enorm. Name und Personalasweisnummer von Roy werden abgeglichen, er muss in einer Liste unterschreiben und dann seine Fingerabdrücke abgegeben. Danach gehen wir zu dem ihm zugewiesenen Klassenzimmer. Im Flur hocken schon Wartende aufgereiht auf Stühlchen von Erstklässlern. Habe ganz vergessen wie klein Sechsjährige sind. Im Klassenzimmer muss Roy nochmal Personalsausweis vorzeigen, unterschreiben und<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> Fingerabdrücke abgeben. In jedem Raum gibt es nur eine Pappwand hinter der eine Person abstimmen kann, aber vier weitere Personen sind im Zimmer um den Wahlvorgang zu überwachen und zu betreuen. Danach muss er den kleinen Finger seiner linken Hand lila einfärben lassen, damit er sich nicht unter falschem Namen noch einmal reinschmuggeln kann. Ich bin eine der wenigen, die das Wahllokal nicht mit lila Finger verlassen. Ansonsten sieht man überall – egal ob auf der Straße oder im Fernsehen – Menschen mit lilafarbenem kleinen Finger.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?>
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Nachts um elf wird das Wahlergebnis bekanntgegeben. Es wurden in ganz Venezuela Gouverneure,&#160; und Bürgermeister gewählt. Von 22 Bundesstaaten hat die Chavez-Partei PSUV 18 gewonnen. Ein gigantischer Erfolg. Allerdings hat in allen wohlhabenden, ölreichen Gebieten, die Opposition gewonnen. Chávez, der alte Haudrauf, hatte vor der Wahl noch gewettert, dass er im Falle eines Wahlsieges der Opposition Panzer in diese Gegenden entsenden wird. Jetzt klingt das schon ganz anders. Er erkennt das Wahlergebnis an und freut sich über seine Wahlerfolge. Eigentlich wollte ich zur Verkündigung des Wahlergebnisses in die Hochburg der PSUV fahren um die Stimmung auf der Straße zu erleben. Aber als selbst die hartgesottensten Freunde von mir, die mich in die Ghettos von Caracas mitgenommen haben, sich weigern mit mir mitzukommen und mir DRINGEND abraten, abends und noch dazu in der Wahlnacht dort hinzugehen, siegt die Vernunft über meine Neugier.<br />
<br /></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><span lang="DE" xml:lang="DE">Aristóbulo Istúriz, der Buergermeisterkandidat der PSUV, mit dem ich vor ein paar Tagen gesprochen habe, hat uebrigens knapp verloren.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"></p>

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			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Heu frueh dachte ich, dass auf den Straßen Venezuelas ein Umsturzversuch stattfindet. Ich werde von Schüssen auf der Straße geweckt. Kein schönes Gefühl. Danach schallen aus Lautsprechern Militärfanfaren gefolgt von weiteren Schüssen. Wieder Fanfaren, wieder Schüsse. Es ist vier Uhr früh. Später erzählt mir Roy, dass das der Weckdienst des Militärs war. Bei jeder Wahl fährt noch vor Sonnenaufgang ein Weckkommando durch die Straßen um die Leute daran zu erinnern ihre Stimme abzugeben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Roy geht wählen und ich komme mit. Alle Geschäfte müssen heute geschlossen bleiben. Alkoholische Getraenke dürfen schon seit gestern nicht mehr verkauft oder ausgeschenkt werden und die U-Bahn fährt heute kostenlos – alles wegen der Wahl. Sein Wahllokal ist in einer Grundschule. Reservisten in Uniform bewachen das Gebäude. In der Eingangshalle steht ein geschmückter Christbaum und dahinter ein Poster auf das Kinderhände „Feliz Navidad“ gekritzelt haben. Der Aufwand, der betrieben wird um eine fälschungssichere Wahl zu garantieren ist enorm. Name und Personalasweisnummer von Roy werden abgeglichen, er muss in einer Liste unterschreiben und dann seine Fingerabdrücke abgegeben. Danach gehen wir zu dem ihm zugewiesenen Klassenzimmer. Im Flur hocken schon Wartende aufgereiht auf Stühlchen von Erstklässlern. Habe ganz vergessen wie klein Sechsjährige sind. Im Klassenzimmer muss Roy nochmal Personalsausweis vorzeigen, unterschreiben und<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> Fingerabdrücke abgeben. In jedem Raum gibt es nur eine Pappwand hinter der eine Person abstimmen kann, aber vier weitere Personen sind im Zimmer um den Wahlvorgang zu überwachen und zu betreuen. Danach muss er den kleinen Finger seiner linken Hand lila einfärben lassen, damit er sich nicht unter falschem Namen noch einmal reinschmuggeln kann. Ich bin eine der wenigen, die das Wahllokal nicht mit lila Finger verlassen. Ansonsten sieht man überall – egal ob auf der Straße oder im Fernsehen – Menschen mit lilafarbenem kleinen Finger.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?><br />
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Nachts um elf wird das Wahlergebnis bekanntgegeben. Es wurden in ganz Venezuela Gouverneure,&#160; und Bürgermeister gewählt. Von 22 Bundesstaaten hat die Chavez-Partei PSUV 18 gewonnen. Ein gigantischer Erfolg. Allerdings hat in allen wohlhabenden, ölreichen Gebieten, die Opposition gewonnen. Chávez, der alte Haudrauf, hatte vor der Wahl noch gewettert, dass er im Falle eines Wahlsieges der Opposition Panzer in diese Gegenden entsenden wird. Jetzt klingt das schon ganz anders. Er erkennt das Wahlergebnis an und freut sich über seine Wahlerfolge. Eigentlich wollte ich zur Verkündigung des Wahlergebnisses in die Hochburg der PSUV fahren um die Stimmung auf der Straße zu erleben. Aber als selbst die hartgesottensten Freunde von mir, die mich in die Ghettos von Caracas mitgenommen haben, sich weigern mit mir mitzukommen und mir DRINGEND abraten, abends und noch dazu in der Wahlnacht dort hinzugehen, siegt die Vernunft über meine Neugier.</p>
<p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><span lang="DE" xml:lang="DE">Aristóbulo Istúriz, der Buergermeisterkandidat der PSUV, mit dem ich vor ein paar Tagen gesprochen habe, hat uebrigens knapp verloren.</span></span></p>
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		<title>Chávez&#8217; Wahlkampfzentrale</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/18/chavez-wahlkampfzentrale/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 21:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Habe mit genug Anti-Chavisten gesprochen und suche jetzt ein paar Chávez-Anhaenger. Nicht ganz so leicht, weil Caracas traditionell ein Lager der Opposition ist. Um Chavisten zu treffen muss man entweder aufs Land oder in die Ghettos.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ich gehe direkt zur Wahlkampfzentrale der PSUV, der Partei von Hugo Chávez. Bin ueberrascht, wie leicht ich Zugang erhalte. Am Empfang sage ich, dass ich Journalistin aus Deutschland bin und schon findet sich einer, der besser Englisch spricht, als ich Spanisch, und mir beweisen will, wie offen es bei der PSUV zugeht.<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> Ich muss mich nicht ausweisen, kein Formular ausfüllen, mich nirgendwo anmelden, nichts. Zum Vergleich: Als ich eine Handykarte gekauft habe musste ich meinen Pass inklusive Kopie mitbringen, es wurden alle Daten aufgenommen und meine Fingerabdrücke genommen.<br />
Ich werde über das Außengelände der PSUV-Wahlkampfzentrale in das Hauptgebäude geführt. Klassische Kolonoialarchitektur von der schon der Putz bröckelt und nahezu jeder auf diesem Gelände trägt ein knallrotes T-Shirt – das Zeichen der Revolution. Wie im Film. Und ich Idiot habe meinen Fotoapparat nicht dabei. Finde den ganzen Sozialismuskram mit Revolution und so irgendwie saulustig. Fuer eine gute Chavista fehlt mir aber wohl der noetige Ernst. Ich darf mir die Sitzung von ein paar Freiwilligen ansehen die besprechen, wer in welchem Wahllokal als Aufpasser teilnimmt. Dann wird mir auf einmal vorgeschlagen, dass ich mit Aristóbulo Istúriz, dem Bürgermeisterkandidaten der PSUV, sprechen könne. In Anbetracht der Tatsache, dass mein Spanisch erbärmlich schlecht ist und dem Bürgermeisterkandidaten eine Journalistin aus Deutschland Wahlkampftechnisch überhaupt nichts bringt, kann ich gar nicht fassen, dass mir ein solches Angebot gemacht wird. Als er über den großen Innenhof des Gebäudes läuft erkenne ich ihn sofort. Die ganze Stadt hängt voll mit seinen Postern. Anfang 60, Afro-Venezolaner (das Wort gibt es in Venezuela ùeberhaupt nicht. Hier ist „negro“ eine vollkommen wertfreie Beschreibung), mit grauem Haaransatz und Brille. Wir gehen in ein ruhiges Zimmer, ich klammere mich an meinen Fragezettel und spreche Wort für Wort meine vorformulierten spanischen Fragen ab. Er erzählt davon, dass der niedrige Ölpreis dem Land nicht schaden wird, weil der Preis volatil ist und wieder steigen wird, dass er Chávez schon lange kennt und an ihm vor allem seine Disziplin schätzt, die soweit geht, dass der Präsident anscheinend kaum schläft. Später habe ich erfahren, dass Istúriz ein alter Weggefährte des Praesidenten ist und schon seit Chávez erstem – erfolglosen – Umsturzversuche an seiner Seite stand.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?>
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Danch wird mir eine 25-jährige Vollblutchavista vorgestellt. Sie erzählt, dass sie dank den Sozialprogrammen der Regierung studieren konnte. Einmal habe sie Chavez persönlich kennen gelernt, als er ihre Universitä besuchte. Sie musste weinen und er hat sie in Arm genommen. Chávez sei eine „Erscheinung“. Danach kriege ich noch zwei knallrote PSUV-T-Shirts und ein PSUV-Banner geschenkt.<br />
<br /></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Wieder daheim:<br />
Roy toleriert meinen Chávez-Fimmel, so wie ich Oktoberfesttouristen toleriere. Ich muss ihm aber versprechen, dass ich die Chávez-Artikel in meinem Zimmer lasse und dass ich die T-Shirts nicht im näheren Umfeld dieser Wohnung anziehen werde.</span></p>

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Habe mit genug Anti-Chavisten gesprochen und suche jetzt ein paar Chávez-Anhaenger. Nicht ganz so leicht, weil Caracas traditionell ein Lager der Opposition ist. Um Chavisten zu treffen muss man entweder aufs Land oder in die Ghettos.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ich gehe direkt zur Wahlkampfzentrale der PSUV, der Partei von Hugo Chávez. Bin ueberrascht, wie leicht ich Zugang erhalte. Am Empfang sage ich, dass ich Journalistin aus Deutschland bin und schon findet sich einer, der besser Englisch spricht, als ich Spanisch, und mir beweisen will, wie offen es bei der PSUV zugeht.<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> Ich muss mich nicht ausweisen, kein Formular ausfüllen, mich nirgendwo anmelden, nichts. Zum Vergleich: Als ich eine Handykarte gekauft habe musste ich meinen Pass inklusive Kopie mitbringen, es wurden alle Daten aufgenommen und meine Fingerabdrücke genommen.<br />
Ich werde über das Außengelände der PSUV-Wahlkampfzentrale in das Hauptgebäude geführt. Klassische Kolonoialarchitektur von der schon der Putz bröckelt und nahezu jeder auf diesem Gelände trägt ein knallrotes T-Shirt – das Zeichen der Revolution. Wie im Film. Und ich Idiot habe meinen Fotoapparat nicht dabei. Finde den ganzen Sozialismuskram mit Revolution und so irgendwie saulustig. Fuer eine gute Chavista fehlt mir aber wohl der noetige Ernst. Ich darf mir die Sitzung von ein paar Freiwilligen ansehen die besprechen, wer in welchem Wahllokal als Aufpasser teilnimmt. Dann wird mir auf einmal vorgeschlagen, dass ich mit Aristóbulo Istúriz, dem Bürgermeisterkandidaten der PSUV, sprechen könne. In Anbetracht der Tatsache, dass mein Spanisch erbärmlich schlecht ist und dem Bürgermeisterkandidaten eine Journalistin aus Deutschland Wahlkampftechnisch überhaupt nichts bringt, kann ich gar nicht fassen, dass mir ein solches Angebot gemacht wird. Als er über den großen Innenhof des Gebäudes läuft erkenne ich ihn sofort. Die ganze Stadt hängt voll mit seinen Postern. Anfang 60, Afro-Venezolaner (das Wort gibt es in Venezuela ùeberhaupt nicht. Hier ist „negro“ eine vollkommen wertfreie Beschreibung), mit grauem Haaransatz und Brille. Wir gehen in ein ruhiges Zimmer, ich klammere mich an meinen Fragezettel und spreche Wort für Wort meine vorformulierten spanischen Fragen ab. Er erzählt davon, dass der niedrige Ölpreis dem Land nicht schaden wird, weil der Preis volatil ist und wieder steigen wird, dass er Chávez schon lange kennt und an ihm vor allem seine Disziplin schätzt, die soweit geht, dass der Präsident anscheinend kaum schläft. Später habe ich erfahren, dass Istúriz ein alter Weggefährte des Praesidenten ist und schon seit Chávez erstem – erfolglosen – Umsturzversuche an seiner Seite stand.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?><br />
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Danch wird mir eine 25-jährige Vollblutchavista vorgestellt. Sie erzählt, dass sie dank den Sozialprogrammen der Regierung studieren konnte. Einmal habe sie Chavez persönlich kennen gelernt, als er ihre Universitä besuchte. Sie musste weinen und er hat sie in Arm genommen. Chávez sei eine „Erscheinung“. Danach kriege ich noch zwei knallrote PSUV-T-Shirts und ein PSUV-Banner geschenkt.</p>
<p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Wieder daheim:<br />
Roy toleriert meinen Chávez-Fimmel, so wie ich Oktoberfesttouristen toleriere. Ich muss ihm aber versprechen, dass ich die Chávez-Artikel in meinem Zimmer lasse und dass ich die T-Shirts nicht im näheren Umfeld dieser Wohnung anziehen werde.</span></p>
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		<title>Wahlmaschinen</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/16/wahlmaschinen/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 01:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">In der ganzen Stadt stehen Wahlhelfer, die das Wahlsystem und die Wahlmaschinen erklären. Als ich eine der Damen frage, ob sie mir die Wahlmaschine erklären kann, weil wir so etwas in Deutschland nicht haben, fragt sie, ob wir mit Zetteln wählen, die angekreuzt werden müssen und die Zettel danach von Hand ausgezählt werden müssen. Als ich ihr in allen Punkten Recht geben muss komme mir vor, als sei ich aus der Dritten Welt.</span></p>

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">In der ganzen Stadt stehen Wahlhelfer, die das Wahlsystem und die Wahlmaschinen erklären. Als ich eine der Damen frage, ob sie mir die Wahlmaschine erklären kann, weil wir so etwas in Deutschland nicht haben, fragt sie, ob wir mit Zetteln wählen, die angekreuzt werden müssen und die Zettel danach von Hand ausgezählt werden müssen. Als ich ihr in allen Punkten Recht geben muss komme mir vor, als sei ich aus der Dritten Welt.</span></p>
</div>
<div></div>
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		<title>Essen</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/16/essen/</link>
		<comments>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/16/essen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 02:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ma, diesen Eintrag widme ich dir. Es geht natürlich um das Thema Essen<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> ;-)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Das skurilste zuerst: In meinen Reiseführern stand, dass Venezolaner gebratene Ameisenhintern essen. Das kann ich bislang nicht bestätigen. Aber bei Roy und Dulce stand eine Flasche mit roter Soße zum Nachwürzen und die bestand wohl aus Ameisenhintern. Dulce meinte, die Verarbeitung von Ameisenhintern ist v.a. eine Tradition der indigenen Bevölkerung und die Produkte kriegt man meist auf Märkten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Den Geschmack von Ameisen konnte ich nicht ausmachen. Es war vor allem scharf. Ich schätze mal Chili. Mehr als der Geschmack interessiert mich aber die Frage: Wer stellt sich denn den ganzen Tag hin und schneidet Ameisenhintern ab?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ansonsten gibt es hier neben dem üblichen Fast-Food-Mist gefüllte Maisfladen in allen erdenklichen Variationen. Meistens frittiert und sehr gehaltvoll. Beim ersten Biss hatte ich das Gefühl, ich hätte zwei Steine verschluckt. Habe mich aber inzwischen daran gewöhnt und noch schlimmer – es schmeckt mir. Werde wahrscheinlich bald aussehen wie die meisten Frauen hier. Ein Blick auf die Straßen lässt nämlich nicht vermuten, dass Venezuela Weltmeister im Produzieren von Schönheitsköniginnen ist (die derzeitige Miss Universum ist NATÜRLICH eine Venezolanerin). Die durchschnittliche Venezolanerin ist so groß wie ich oder kleiner, hat ein beeindruckendes Dekoltee, dass sie auch gerne zeigt, und ordentlich was auf den Hüften. Aber die kakaobraune Haut und die großen Rehaugen sind natürlich unschlagbar.<br /></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Jetzt&#160;brate ich mir&#160;erstmal Kochbananen und dazu gibt es frisch gepressten Papaya-Saft.<br />
Du siehst, deine Tochter muss nicht verhungern. ;-)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="IT" style="mso-ansi-language: IT" xml:lang="IT">Te quiero mucho.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?>
</span></p>

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ma, diesen Eintrag widme ich dir. Es geht natürlich um das Thema Essen<span style="mso-spacerun: yes">&#160;</span> <img src='http://chicavenezolana.blog.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Das skurilste zuerst: In meinen Reiseführern stand, dass Venezolaner gebratene Ameisenhintern essen. Das kann ich bislang nicht bestätigen. Aber bei Roy und Dulce stand eine Flasche mit roter Soße zum Nachwürzen und die bestand wohl aus Ameisenhintern. Dulce meinte, die Verarbeitung von Ameisenhintern ist v.a. eine Tradition der indigenen Bevölkerung und die Produkte kriegt man meist auf Märkten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Den Geschmack von Ameisen konnte ich nicht ausmachen. Es war vor allem scharf. Ich schätze mal Chili. Mehr als der Geschmack interessiert mich aber die Frage: Wer stellt sich denn den ganzen Tag hin und schneidet Ameisenhintern ab?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ansonsten gibt es hier neben dem üblichen Fast-Food-Mist gefüllte Maisfladen in allen erdenklichen Variationen. Meistens frittiert und sehr gehaltvoll. Beim ersten Biss hatte ich das Gefühl, ich hätte zwei Steine verschluckt. Habe mich aber inzwischen daran gewöhnt und noch schlimmer – es schmeckt mir. Werde wahrscheinlich bald aussehen wie die meisten Frauen hier. Ein Blick auf die Straßen lässt nämlich nicht vermuten, dass Venezuela Weltmeister im Produzieren von Schönheitsköniginnen ist (die derzeitige Miss Universum ist NATÜRLICH eine Venezolanerin). Die durchschnittliche Venezolanerin ist so groß wie ich oder kleiner, hat ein beeindruckendes Dekoltee, dass sie auch gerne zeigt, und ordentlich was auf den Hüften. Aber die kakaobraune Haut und die großen Rehaugen sind natürlich unschlagbar.<br /></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Jetzt&#160;brate ich mir&#160;erstmal Kochbananen und dazu gibt es frisch gepressten Papaya-Saft.<br />
Du siehst, deine Tochter muss nicht verhungern. <img src='http://chicavenezolana.blog.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="IT" style="mso-ansi-language: IT" xml:lang="IT">Te quiero mucho.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?><br />
</span></p>
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		<title>Medien</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/15/medien/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 01:54:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Heute titelte eine Zeitung, dass die Hälfte aller Venezolaner von einem ominösen Fieber befallen sei. Totaler Quatsch, aber typisch für die Presselandschaft hier. Es gibt nur zwei Arten von Medien: Chávistisch oder Anti-Chávistisch. Laut chávistischen Medien ist Venezuela ein Paradies und der Grund dafür ist allein die Sozialistische Revolution. Unter den Teppich gekehrt werden dabei gerne die Umwelt-, Verkehrs-, Inflations- und Kriminalitätsprobleme. Laut anti-chávistischen Medien herrscht in Venezuela Soddom und Gomorrha und Schuld daran hat allein – wer sonst - die Sozialistische Revolution. Unerwähnt bleiben die extrem umfangreichen sozialen Projekte, die staatliche Förderung von Kunst, Kultur und Bildung und das Engagement in der Außenpolitik für arme Länder. Beide Seiten bedienen ihr Lager. Manchmal eben auch mit Geschichten über angebliche Wunder oder eben Massenepidemien.</span></p>

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<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Heute titelte eine Zeitung, dass die Hälfte aller Venezolaner von einem ominösen Fieber befallen sei. Totaler Quatsch, aber typisch für die Presselandschaft hier. Es gibt nur zwei Arten von Medien: Chávistisch oder Anti-Chávistisch. Laut chávistischen Medien ist Venezuela ein Paradies und der Grund dafür ist allein die Sozialistische Revolution. Unter den Teppich gekehrt werden dabei gerne die Umwelt-, Verkehrs-, Inflations- und Kriminalitätsprobleme. Laut anti-chávistischen Medien herrscht in Venezuela Soddom und Gomorrha und Schuld daran hat allein – wer sonst &#8211; die Sozialistische Revolution. Unerwähnt bleiben die extrem umfangreichen sozialen Projekte, die staatliche Förderung von Kunst, Kultur und Bildung und das Engagement in der Außenpolitik für arme Länder. Beide Seiten bedienen ihr Lager. Manchmal eben auch mit Geschichten über angebliche Wunder oder eben Massenepidemien.</span></p>
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		<title>Hl. Jungfrau von Betanien</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/14/hl-jungfrau-von-betanien/</link>
		<comments>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/14/hl-jungfrau-von-betanien/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 01:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Seit einigen Tagen brennt in unserem Wohnzimmer Tag und Nacht eine Totenkerze. Eine Erinnerung an Roys Mutter, die vor einem Jahr verstorben ist. Deshalb gehen wir heute in den Gottesdienst, aber vorher zum Wallfahrtsort der Hl. Jungfrau von Betanien. Venezolaner sind sehr gläubig, mischen aber gerne den Katholizismus mit Naturgottheiten und übersinnlichen Phänomenen. So ist neben dem Kruzifix in jedem Haus auch Kartenlesen, Tabaklesen – so etwas wie Kaffeesatzlesen nur mit der Pfeife – und die Hilfe spiritueller Medien recht beliebt. Roy hat das auch schon probiert. Er ging in die barrios (Ghettos), zahlte 20 Euro, das Medium versetzte sich in Trance, der Geist des Toten ergriff Besitz vom Körper des Mediums und Roy konnte für 10 Minuten mit dem Verstorbenen sprechen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?>
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Während der Busfahrt zum Wallfahrtsort sehe ich die schrecklichste Zeitung der Welt. Der Mann vor mir liest „Cronicle Venezuela“. Eine Auflistung von Morden und Unfällen in Venezuela. Die Hälfte der ersten Seite zeigt einen Ermordeten auf dem Leichentisch. Schon gewaschen, die Haare nass, die Haut blau angelaufen, die Augen verdreht. Der Rest der Zeitung liefert Fotos von Toten in allen erdenklichen Positionen: auf der Autobahn, vor der Haustür, verbrannt, verstümmelt, mit Schüssen in den Körper und in das Gesicht. Alles in Farbe, ohne Leichentuch und unverpixelt. Ein Traum für jeden Bild-Zeitungsmacher. Das Freizeit Pin-up-Girl auf der letzten Seite darf natürlich nicht fehlen.</span></p>

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			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Seit einigen Tagen brennt in unserem Wohnzimmer Tag und Nacht eine Totenkerze. Eine Erinnerung an Roys Mutter, die vor einem Jahr verstorben ist. Deshalb gehen wir heute in den Gottesdienst, aber vorher zum Wallfahrtsort der Hl. Jungfrau von Betanien. Venezolaner sind sehr gläubig, mischen aber gerne den Katholizismus mit Naturgottheiten und übersinnlichen Phänomenen. So ist neben dem Kruzifix in jedem Haus auch Kartenlesen, Tabaklesen – so etwas wie Kaffeesatzlesen nur mit der Pfeife – und die Hilfe spiritueller Medien recht beliebt. Roy hat das auch schon probiert. Er ging in die barrios (Ghettos), zahlte 20 Euro, das Medium versetzte sich in Trance, der Geist des Toten ergriff Besitz vom Körper des Mediums und Roy konnte für 10 Minuten mit dem Verstorbenen sprechen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE"><?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /?><br />
&#160;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Während der Busfahrt zum Wallfahrtsort sehe ich die schrecklichste Zeitung der Welt. Der Mann vor mir liest „Cronicle Venezuela“. Eine Auflistung von Morden und Unfällen in Venezuela. Die Hälfte der ersten Seite zeigt einen Ermordeten auf dem Leichentisch. Schon gewaschen, die Haare nass, die Haut blau angelaufen, die Augen verdreht. Der Rest der Zeitung liefert Fotos von Toten in allen erdenklichen Positionen: auf der Autobahn, vor der Haustür, verbrannt, verstümmelt, mit Schüssen in den Körper und in das Gesicht. Alles in Farbe, ohne Leichentuch und unverpixelt. Ein Traum für jeden Bild-Zeitungsmacher. Das Freizeit Pin-up-Girl auf der letzten Seite darf natürlich nicht fehlen.</span></p>
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		<title>Inflation</title>
		<link>http://chicavenezolana.blog.com/2008/11/13/inflation/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 01:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chicavenezolana</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Wollte eine provisorische Brille kaufen, weil ich meine beim Strandausflug verloren habe. Die Venezolaner meinten, dass die Brille bestimmt geklaut wurde, was ich mir nicht wirklich vorstellen kann. Als ich im Brillengeschäft erfahre, dass die billigste Version rund 200 Euro kostet, entscheide ich mich gegen die Übergangsbrille und für Fielmann. Überhaupt lassen der schwache Euro-Kurs und die enorme Inflation keine Shopping-Lust aufkommen. Lebensmittel wurden in diesem Jahr um fast 60 Prozent teurer. Die H-Milch kostet 1,70 und ich probiere zum ersten Mal Milchpulver aus. An der Supermarktkasse gab es eine Diskussion zwischen der Kassiererin und einer älteren Frau, die zwei Kilo Kaffee kaufen wollte. Chávez hat angeordnet, dass aufgrund des Kaffeemangels jeder nur noch ein Kilo pro Tag kaufen darf. Die alte Dame hatte aber ihren Enkel für das zweite Kilo mitgebracht.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ich orientiere mich an den Vorteilen des Sozialismus und gehe kostenlos in Museen und fahre günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Mensa der staatlichen Universität gibt es ein Einheitsmenü. Vergebens suche ich nach einer Kasse. Studieren und das Essen dazu sind in Venezuela kostenlos.</span></p>

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<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Wollte eine provisorische Brille kaufen, weil ich meine beim Strandausflug verloren habe. Die Venezolaner meinten, dass die Brille bestimmt geklaut wurde, was ich mir nicht wirklich vorstellen kann. Als ich im Brillengeschäft erfahre, dass die billigste Version rund 200 Euro kostet, entscheide ich mich gegen die Übergangsbrille und für Fielmann. Überhaupt lassen der schwache Euro-Kurs und die enorme Inflation keine Shopping-Lust aufkommen. Lebensmittel wurden in diesem Jahr um fast 60 Prozent teurer. Die H-Milch kostet 1,70 und ich probiere zum ersten Mal Milchpulver aus. An der Supermarktkasse gab es eine Diskussion zwischen der Kassiererin und einer älteren Frau, die zwei Kilo Kaffee kaufen wollte. Chávez hat angeordnet, dass aufgrund des Kaffeemangels jeder nur noch ein Kilo pro Tag kaufen darf. Die alte Dame hatte aber ihren Enkel für das zweite Kilo mitgebracht.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt 1cm"><span lang="DE" xml:lang="DE">Ich orientiere mich an den Vorteilen des Sozialismus und gehe kostenlos in Museen und fahre günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Mensa der staatlichen Universität gibt es ein Einheitsmenü. Vergebens suche ich nach einer Kasse. Studieren und das Essen dazu sind in Venezuela kostenlos.</span></p>
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